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Augenklinik / Patienteninformationen

Keratokonus

Informationen zur Untersuchung, Diagnostik und zu den möglichen nächsten Schritten in der Klinik VIDAR-ORASIS SWISS.

Erscheinungsbild der Hornhaut bei Keratokonus
Erscheinungsbild der Hornhaut bei Keratokonus

Einleitung

Die Hornhaut ist eine durchsichtige, avaskuläre (gefäßlose), mehrschichtige Struktur des vorderen Augenabschnitts, die für die Brechung der Lichtstrahlen verantwortlich ist. Sie hat annähernd die Form eines Kugelabschnitts und ist im Zentrum dünner als in der Peripherie.

Was ist Keratokonus?

Keratokonus ist eine beidseitige Erkrankung (ektatische Dystrophie), die durch eine fortschreitende Abnahme der Dicke des Hornhautgewebes gekennzeichnet ist, begleitet von einer konischen (kegelförmigen) Vorwölbung der Hornhaut mit der stärksten Verdünnung an der Spitze des Konus. Sie entsteht als Folge genetischer Faktoren, enzymatischer und chromosomaler Anomalien, als Folge eines chirurgischen Eingriffs sowie anderer mechanischer Faktoren (häufiges Reiben der Augen). Die Häufigkeit des Keratokonus in der Allgemeinbevölkerung liegt bei 50 bis 230 pro 100.000 Menschen, bei beiden Geschlechtern gleichermaßen.

In welchem Lebensalter tritt er am häufigsten auf?

Keratokonus tritt am häufigsten in der Pubertät auf und kann sich an beiden Augen unterschiedlich stark ausprägen. Im Zeitraum zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr kommt es zu einer „Verlangsamung“ des Krankheitsverlaufs. Diese Erkrankung kann mit anderen Augenerkrankungen einhergehen, wie angeborener Katarakt, Aniridie (mangelhafte Entwicklung oder Fehlen der Regenbogenhaut), Frühgeborenenretinopathie, Retinitis pigmentosa und anderen, sowie mit systemischen Erkrankungen (Asthma) und verschiedenen genetischen Störungen.

Welche Symptome gibt es und wie ist die Prognose der Erkrankung?

Die betroffene Person bemerkt einen Abfall der Sehschärfe, ein unscharfes Bild der wahrgenommenen Gegenstände, eine erhöhte Lichtempfindlichkeit, das Auftreten von „Doppelbildern“ der wahrgenommenen Gegenstände und ein verstärktes Tränen des Auges.

Wird das Fortschreiten der Erkrankung nicht aufgehalten, kommt es zum Zusammenbruch jener Mechanismen, die die Hornhaut wasserabweisend halten, was zu einer übermäßigen Ansammlung von Wasser in der Hornhaut zusammen mit Narbenbildung führt, wodurch die Sehfunktion gefährdet wird.

Diagnose

Der Augenarzt stellt die Diagnose auf der Grundlage von:

Untersuchung (Beurteilung der Sehschärfe, Untersuchung aller Augenstrukturen am Biomikroskop)

Keratometrie - ein Verfahren, bei dem wir mit einem Gerät die Krümmung der Hornhaut bestimmen

Hornhauttopographie - wir messen Form und Ausmaß der Unregelmäßigkeiten der Hornhautkrümmung sowie deren Dicke (Orbscan)

OCT-Diagnostik des vorderen Augenabschnitts (AS-OCT)

Einteilung

Auf der Grundlage der keratometrischen Messungen und der Form der Vorwölbung nehmen wir eine Abstufung des Schweregrads der Erkrankung von leicht über mäßig und ausgeprägt bis sehr schwer vor.

Behandlung des Keratokonus

Der Augenarzt führt die Behandlung entsprechend dem Schweregrad des Zustands und der Möglichkeit durch, die bestmögliche Sehkorrektur zu erreichen. Zu Beginn korrigieren wir das Sehen, sofern möglich, mit einer Brille. Eine bessere Lösung für eine höhere Sehqualität stellt die Korrektur mit verschiedenen Arten von Kontaktlinsen und mit speziellen Anpassungsmethoden dar.

Wenn der Keratokonus fortschreitet und eine stärkere Verdünnung der Hornhaut droht, ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich, durch den die Hornhaut gefestigt („zementiert“) und ihre weitere Verdünnung verhindert wird. Dieser Eingriff heißt Corneal cross-linking (CXL) und ist eine chirurgische Methode, die wir anwenden, wenn sich die Erkrankung in der Progressionsphase befindet und noch eine ausreichende Gewebedicke für diesen Eingriff vorhanden ist. Durch die Wirkung einer Vitamin-B2-Lösung und einer speziellen UV-Lampe erzeugen wir „Querverbindungen - crosslinks“ im Grundgerüst der Kollagenfasern des Stromas und verstärken damit die biomechanische Stabilität der Hornhaut.

Ist die Hornhaut narbig verändert, gehen wir zu einem operativen Verfahren über, das Keratoplastik genannt wird. Wir entfernen das erkrankte Hornhautgewebe und ersetzen es durch Spendergewebe in voller Dicke (perforierende Keratoplastik). In letzter Zeit wird in besonders ausgewählten Fällen auch der Ansatz der lamellären Keratoplastik (DALK) verwendet.

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