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Augenklinik / Patienteninformationen

Diabetische Retinopathie

Informationen zur Untersuchung, Diagnostik und zu den möglichen nächsten Schritten in der Klinik VIDAR-ORASIS SWISS.

Aufnahme des Augenhintergrunds mit Netzhautveränderungen
Aufnahme des Augenhintergrunds mit Netzhautveränderungen

Einleitung

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselstörung, bei der ein erhöhter Glukosespiegel (Zuckerspiegel) im Blut vorliegt, den der Organismus nicht angemessen verwerten und speichern kann.

Es gibt zwei Typen des Diabetes mellitus (der Zuckerkrankheit). Typ 1 (insulinabhängig), der durch eine Autoimmunreaktion und die Zerstörung jener spezifischen Zellen in der Bauchspeicheldrüse entsteht, die für die Insulinproduktion verantwortlich sind.

Typ 2 (die insulinunabhängige Form) äußert sich in einem mehr oder weniger ausgeprägten Defekt der Insulinproduktion durch die Bauchspeicheldrüse, jedoch mit dem Auftreten einer Resistenz des Gewebes gegenüber der Wirkung des Insulins. In der Population der an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) Erkrankten entfallen etwa 90% auf Typ 2 (die insulinunabhängige Form).

Was ist die diabetische Retinopathie?

Ein erhöhter Glukosespiegel im Blut schädigt die großen und die kleinen Blutgefäße im Organismus. Schäden an den Blutgefäßen des Augenhintergrundes verursachen eine Schädigung der Netzhaut (eines der empfindlichsten und für das Sehen zuständigen Teile des Auges). Es wird geschätzt, dass weltweit etwa 100 Millionen Menschen, die an der Zuckerkrankheit leiden, eine diabetische Retinopathie haben.

Was beeinflusst die Entstehung der diabetischen Retinopathie?

Die Dauer der Zuckerkrankheit ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Entwicklung der diabetischen Retinopathie.

Eine schlechte Einstellung der Glykämie (des Blutzuckerspiegels), arterielle Hypertonie, Nierenschädigung, erhöhte Lipidwerte (Fettwerte) im Blut, Blutarmut und Schwangerschaft spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Verschlechterung der diabetischen Retinopathie. Deshalb ist es notwendig, dass die Werte des Dreimonatszuckers (HbA1C), der Serumlipide und des Blutdrucks innerhalb der Referenzgrenzen gehalten werden.

Welches sind die Symptome der diabetischen Retinopathie und wann sollten Sie sich an Ihren Augenarzt wenden?

Die diabetische Retinopathie tritt überwiegend an beiden Augen auf. Die Tatsache, dass die diabetische Retinopathie in den frühen Stadien nicht von Symptomen begleitet sein muss, macht diese Erkrankung gefährlich, und deshalb sind regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt notwendig.

Die Symptome können variieren, aber wenn Sie die folgenden Beschwerden bemerken, sollten Sie sich unbedingt bei einem Augenarzt melden:

Verschwommenes Sehen (Abfall der Sehschärfe), wechselnde Veränderungen in der Klarheit des Sehens oder vollständiger Sehverlust

Auftreten dunkler Flecken, Pünktchen, Fäden

Schlechteres Farbensehen

Stellung der Diagnose der diabetischen Retinopathie

Die Diagnose stellt der Augenarzt auf der Grundlage von:

Anamnese

klinischer Untersuchung (Prüfung der Sehschärfe, Untersuchung des Augenhintergrundes bei weiter Pupille, Prüfung des Augeninnendrucks)

OCT Diagnostik

FA (Fluoreszeinangiographie)

Typen der diabetischen Retinopathie

Auf der Grundlage des Vorhandenseins, des Fehlens und der Schwere der Veränderungen am Augenhintergrund kann der Augenarzt die diabetische Retinopathie einteilen in:

Nichtproliferative diabetische Retinopathie (NPDR) - ohne Entwicklung neuer “pathologischer” Blutgefäße, jedoch mit dem Vorhandensein von Mikroaneurysmen und punktförmigen Blutungen auf der Netzhaut,

Präproliferative diabetische Retinopathie (pPDR) - mit der Entwicklung größerer Abnormitäten an den Blutgefäßen und dem Auftreten von Blutungen am Augenhintergrund.

Proliferative diabetische Retinopathie (PDR), mit der Entwicklung neuer “pathologischer” Blutgefäße, infolge derer eine Blutung in den Glaskörper und eine Netzhautablösung entstehen können.

Die diabetische Makulopathie ist eine Untereinheit der diabetischen Retinopathie und kann in allen oben genannten Stadien derselben auftreten, und sie ist gekennzeichnet durch ein Austreten aus den Blutgefäßen im Bereich des gelben Flecks oder eine Blockade im Fluss der Blutgefäße des gelben Flecks.

Behandlung der diabetischen Retinopathie

Die Behandlung der diabetischen Retinopathie umfasst die Anwendung der Laserfotokoagulation (LFC) des Augenhintergrundes, wo wir durch die Wirkung des Lasers ein Austreten aus den Blutgefäßen in die Netzhaut verhindern und die Entstehung neuer “pathologischer” Blutgefäße verhindern.

Die zweite Behandlungsmethode stellt die Verabreichung eines Medikaments aus der Gruppe der Angiogenesehemmer (anti-VEGF) in den Hohlraum des Augapfels, das heißt intravitreal, dar. Anti-VEGF sind Medikamente, die die Entstehung neuer “pathologischer” Blutgefäße und ein Austreten aus den bestehenden geschädigten Blutgefäßen in die Netzhaut verhindern. Es gibt mehrere Arten von anti-VEGF Medikamenten im Gebrauch: Bevacizumab (Avastin), Aflibercept (Eylea), Faricimab (Vabysmo).

Falls es zum Auftreten einer Blutung in die Augenhöhle seitens der “pathologischen” Blutgefäße mit der Entwicklung von Membranen kommt, die eine Netzhautablösung hervorrufen können, schreiten wir zur Operation der chirurgischen Entfernung des Blutes und der Membranen, die als hintere Vitrektomie (MIVS 23G) bezeichnet wird.

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